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letzte Aktualisierung:
11 August 2007

BuiltWithNOF
Geschichte der Single

In Europa kamen Singles 1952 erstmals auf den Markt. Entwickelt wurde die neuartige Kunststoffplatte etwa ab 1948 von RCA-Victor in Amerika. Die sogenannte “Normalplatte”  hatte das schon um die Jahrhundertwende einmal verwendete Urformat von 17,5 cm (7 Zoll) und eine Umdrehungsgeschwindigkeit von 45 upm, im Gegensatz zu den bisherigen Schellackplatten mit 25 cm Durchmesser und 78 upm.

Die vielen Vorteile des neuen Formats gegenüber der Schellackplatte, wie bessere Haltbarkeit, die Gewichtsersparnis, Bruchsicherheit  und allem voran der bessere Klang  durch Verwendung von Polyvinylchlorid und Polyvinylazetat, führte zu dem unaufhaltsamen Siegeszug der Single sowie der bereits 1951 auf den Markt gekommenen Langspielplatte mit 33 1/3 upm. Nur 7 Jahre später, 1958 wurde die Produktion der Schellackplatte endgültig eingestellt.

Zur Verlängerung der Spieldauer von ca. 5 min pro Seite, wurde das schon bei Schellackplatten verwendete Schnittverfahren der “Füllschrift” angewendet. Das nach seinem deutschen Erfinder Eduard Rhein benannte “Rheinsche Verfahren” machte es möglich die Rille enger auf der Platte unterzubringen und damit die Spieldauer auf maximal 8 Minuten und in der Regel 2 Titel pro Seite zu erhöhen. Diese “extended play” oder abgekürzt “EP” genannten Minilangspielplatten erfreuen sich heute unter Sammlern größter Beliebtheit, weil sie wesentlich seltener und nur in geringerer Stückzahl angeboten wurden als ihre “singleplay” Geschwister.

In den 60er Jahren kamen auch 17cm LP’s mit kleinem Mittelloch und 33 1/3 upm auf den Markt. Diese blieben jedoch wenig erfolgreich, obwohl sich die Jukeboxindustrie mit sog. “Albumplay”, “Multispeed” oder “Intermix” auf das neue Format einstellte und einige Jahre lang Musikboxen produzierte, die automatisch zwischen 33 1/3 und 45 upm umschalten konnten. Wie man sich denken kann gab es aber nur selten zwei echte Hits auf einer Plattenseite, sodass die höheren Preise für ein “Albumplay” wohl von der Kundschaft nicht akzeptiert wurden.

Anfang der 80er Jahre bekam die Standardsingle eine große Schwester, die “Maxisingle”, die in LP Größe mit 30 cm Durchmesser und 45 upm, eine höhere Dynamik aufwies und dadurch verstärkt in den Discotheken einzug hielt. Außerdem wurden oft mehrere Versionen eines Titels als “remixes” oder Instrumentalversionen auf Maxis veröffentlicht.

Mit Einführung der CD 1983 begann auch für die Vinylschallplatte der Niedergang, wie schon in der 50ern der, der Schellackplatte. Auch hier waren es unschlagbare Vorteile, wie die berührungsfreie Abtastung, das kleinere Format und der rausch- und knisterfreie Klang, der das Ende des kommerziellen Erfolgs der Schallplatte heraufbeschwor.

Dennoch hat die Single einen wichtigen Platz im Buch der Kulturgeschichte, weil sie das Leben der Nachkriegszeit mit den Schlagern wie etwa von Freddy und Caterina Valente über Heimweh und ferne Länder mitgestaltete, damit die Lust auf Reisen nach Italien und andere südliche Länder weckte und eine Revolution der jungen Gesellschaft gegen die überkommenen Moralvorstellungen der Elterngeneration mit der “Beatmusik” auslöste.

Mit jeder Single hat man damit heute ein Stück Kulturgeschichte in den Händen, das sowohl optisch über die Coverabbildungen, wie akustisch den Nerv der Zeit  wiederspiegelt. 

Ich verbinde mit meinen Singleplatten mein ganzes Leben, weil sie mich an Zeitabschnitte meines Lebens immer erinnern werden. Sie sind für mich nicht nur blankes konsumieren ständig wechselnder Musikstile, sondern aus jeder Zeit sind Titel hängengeblieben, die besondere Bedeutungen haben, auch wenn mir musikalisch längst nicht mehr alles gefällt, was ich in Kinder- und Jugendtagen einmal hörte...

Klaus im Dezember 2003

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