|
|
 |
 |
|
Rock Ola Empress - Restaurierung
Auf dieser Seite möchte ich über die Restaurierung einer Rock Ola Empress aus dem Jahr 1962 berichten. Eigentlich hatte ich die Box bei Ebay angeboten, weil mir der Aufwand und die Kosten für die Restaurierung zu hoch waren. Da den Zuschlag jedoch ein Spaßbieter erhalten hat und der Verkauf deshalb nicht zustande kam, habe ich dies als Zeichen gesehen mich nun doch selbst an das Projekt zu wagen.
|
|
|
|
|
 |
 |
|
Begonnen habe ich bereits am 30. Juni 2005, komme aber erst jetzt dazu die Seite einzurichten. Ich werde den Fortgang der Arbeit an dieser Stelle dokumentieren, wenn ich die Zeit finde, werde berichten welche Schwierigkeiten auftreten, welche Teile fehlen und was alles defekt ist.
Am Ende soll eine ordentlich restaurierte, voll funktionsfähige Jukebox dastehen - was aber dauern kann...
|
|
 |
 |
|
Diese Seite soll anderen Mut machen - oder auch abschrecken- sich an solch ein Projekt zu wagen. Ich habe in den letzten 15 Jahren ca. 25 Boxen (vorwiegend Rock Ola) mit kleineren und größeren Reparaturen wieder zum Leben erweckt. Bin also kein absoluter Laie, aber an einem solchem „Schrotthaufen“ habe ich mich bisher nicht versucht, deshalb ist der Ausgang ungewiss. Ich bitte darum auch um Nachsicht, wenn ich nicht alles so mache, wie es der Fachmann mit 40jähriger Berufserfahrung und hunderter reparierter Boxen macht ;-)))) außerdem führen bekanntlich viele Wege zum Erfolg…Gern können auch Teile angeboten werden, die in meiner Fehlliste aufgeführt sind. Folgende Teile fehlen mir und im Gegenzug kann ich Teile ich als Tauschobjekte anbieten: ( Nachtrag Nov. 2005: inzwischen abgeschlossen - habe alle Teile zusammen)
|
Fehl- oder Defektteil
|
Nähere Beschreibung
|
|
Plattenteller (intermix)
|
Habe ich bekommen!
|
|
Taste „L“
|
Fa. Stamann hatte ein gebrauchtes “L” auf Lager!
|
|
Grippermotor
|
Habe ich bekommen!
|
|
Verstärker
|
Habe ich bekommen!
|
|
Netzteil
|
Habe ich bekommen!
|
|
Creditwerk (Spulen abgebrannt)
|
Im Creditwerk sind die Spulen verbrannt. Aus einem anderen Creditwerk habe ich die Spulen getauscht und das Teil funktioniert wieder!
|
|
Popularitätszähler
|
Das Rad mit den Stiften, die anzeigen welche Platte, wie oft gespielt wurde
|
|
Fangriemen Plattenmagazin
|
bei Fa. Stamann gekauft
|
|
“Löschen” - Taste
|
Entriegelungstaste neben der Tastatur. Die habe ich bekommen!
|
|
Diffuserscheibe für Door-light nebst Winkelblech
|
Mache ich selbst
|
|
Rückwand
|
Mache ich selbst
|
Beginn der Restauration 30. Juni 2005
- Schritt: Sichten der Fehl- oder Falschteile: bereits erledigt
- Schritt: Zerlegen der Maschine in Baugruppen: a. Gehäuse, b. Maschine, c. Tür, d. Domedeckel, e. Sonstiges
Beim Zerlegen kommen alle Schrauben oder Kleinteile in eine Box mit Einzelfächern. Jedes Fach bekommt eine Beschriftung des Inhalts (z.B. Schrauben „Domedeckelscharnier“). So lassen sich später alle Schrauben, Sprengringe und Unterlegscheiben wieder an ihren ursprünglichen Ort zurückbringen, ohne dass etwas verloren geht oder übrig bleibt.
- Schritt: Ich zerlege nur das, was ich auch möglichst zeitnah wieder zusammenbauen kann. Ich werde deshalb die Maschine auch nur Baugruppenweise zerlegen, wie Plattenspieler, Tonarmtechnik, Selector, Controlbox, Grippermechanik, Magazin. Jetzt nehme ich mir jede Baugruppe separat vor, reinige sie gründlich und füge sie wieder zusammen. Fehlende oder defekte Teile müssen natürlich ersetzt werden. Dabei ist oberstes Gebot - nur was defekt ist wird repariert, nur was unansehnlich ist wird erneuert. Ich möchte eine Box, deren Alter auch noch erkennbar ist, deshalb lasse ich z. B. nur die Teile neu verchromen, die unbedingt nötig sind. (Nur die beiden senkrechten Kanten an der Fronttür links und rechts)
30. Juni 2005
Ich habe mal mit der Mechanikabdeckung angefangen, nur um zu sehen, ob das Teil überhaupt noch verwertbar ist. Zuerst habe ich alle Anbauteile entfernt. Dazu müssen die kleinen Haltebleche der Kunststoffteile vorsichtig aufgebogen werden, damit die Platiknasen der Schriftzüge „EMPRESS“ und „120“ sowie der „Schiffchen“ nicht abbrechen. Das hat prima funktioniert. Danach habe ich die beiden Alubleche und die Schilder entfernt. Anschließend habe ich die Abdeckung mit Spülmittel und einem Schwamm abgewaschen, was nur mäßigen Erfolg hatte. Nachdem auch Reinigungsbenzin fast keinerlei Wirkung erzielte habe ich verseifte Stahlwolle (ganz fein) genommen –und siehe da, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Oberfläche sieht top aus und es gab keine Kratzer, wie ich erst vermutet hätte.
|
 |
 |
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
Nun habe ich angefangen die Tür zu zerlegen. Dazu habe ich sie aufgeklappt – den Tastaturstecker gezogen und die beiden Halteketten ausgehängt. Da das Netzteil fehlt, baumelte der Stecker für das „Door-Light“ sowieso schon herum.
Die Halterungen, die die Tür unten fixieren sind ausgerissen und müssen angeschweißt oder genietet werden, was kein großes Problem ist.
Alle entfernten Schrauben habe ich mit einem Zettel versehen, wo beschrieben ist, wohin sie gehören.
04. Juli 2005
Von meinem alten Jukebox-Spezi, Karsten Muche, habe ich wichtige Teile erhalten. Er hatte ein passendes Netzteil sowie einen Original Empress-Verstärker in seinen heiligen Hallen gelagert. An dieser Stelle vielen Dank für die Unterstützung Karsten! Er ist übrigens eine vorzügliche Adresse für Verstärkerreparaturen. Für alle, die seine Seite besuchen möchten: www.musikmaschinen.de und für Jukeboxen in Nordhessen gibt es sowieso keine bessere Adresse!!
Nachdem ich nun den „nackten“ Metallrahmen der Tür vorliegen habe, muss dieser entrostet und neu lackiert werden. Das Alublech mit dem Rock-Ola Schriftzug ist angenietet und wird daher zum Lackieren abgeklebt.
Außerdem müssen die Seitenbretter (die von außen komplett unsichtbar sind, im unteren Bereich stabilisiert werden, da der Leim durch Feuchtigkeit aufgelöst ist. Da es sich nur um die unteren ca. 5 cm handelt ist dies kein Problem, die Bretter sind sonst intakt, werden nur wegen der Optik ebenfalls neu lackiert, damit das Teil auch von innen hinterher wieder ansehnlich ist.
16. Juli 2005
In der unteren Blechkante der Tür befinden sich zwei Schlitze, wo die Tür in die Box eingehängt wird. Die beiden Schlitze sind ausgerissen, sodass die Tür nicht mehr hält. Dies ließ sich mit relativ geringem Aufwand reparieren. Ich habe dazu aus einem alten Scharnier zwei Blechteile hergestellt und diese in den Blechrahmen eingenietet. Nun lässt sich die Tür wieder auf die Halterungen stecken, wie es sich gehört.
18.Juli 2005
Heute habe ich das Gestell der Tür entrostet und neue Farbe besorgt. Nach längerem Aufenthalt im Farbenladen wurden wir fündig. Es passt ein Porschelack (Farbton: Flieder) von 1978. Der Laden kann nahezu jeden Farbton mischen und in Spraydosen abfüllen.
|
 |
 |
|
3. Oktober
Dieses Wochenende habe ich das Gehäuse lackiert. Wie es sich gehört in 3 Farben (pink/gelb/violett). Auch hier bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden - seht selbst:
|
 |
 |
|
17. Oktober 05
Das Plattenmagazin war nun dran. Da es schmutzig und rostig war mußte ich es zerlegen. Die vier Muttern des Zahnkranzes wurden gelöst, sodass die Welle mit Zahnrad herausgezogen werden konnte. Dabei wurde festgehalten, wie das Zahnrad auf dem Magazin sitzen muß. Danach wurden die Kreuzschrauben und die Muttern der Gewindestangen gelöst. Das ganze Teil ließ sich nun in 4 Segmente zerlegen und die beiden Bleche waren zur Reinigung bereit. Da die Verzinkung nicht mehr schön war, wurde alles gut entrostet und anschließend mit Zinkspray lackiert. Die schlimmste Arbeit war aber das Putzen der Magazinteile...
20. Oktober 2005 Langsam nimmt die Box wieder Gestalt an. Inzwischen steht sie im Wohnzimmer und die Beleuchtung funktioniert auch wieder.
25. Oktober 2005 Große Schwierigkeiten hatte ich zunächst beim Zerlegen der Greifermechanik. Das Fett im Kreuzgelenk mit dem Greifarm und den Zahnrädern war so verharzt, dass sich nichts bewegen ließ. Um den Greifer entfernen zu können, muss der Stift im Gegenstück des Greifers ausgetrieben werden. Ich habe dafür einen passenden Dorn, mit dem das gut funktioniert. Mit ein bisschen Kriechöl konnte ich dann den Greifer lösen. Dennoch ließ sich die Buchse, die im Kreuzgelenk sitzt, nach wie vor nicht bewegen. Auch ein Gummihammer hatte keinerlei Wirkung. Da bei diesen Gussteilen mit Gewalt nur die Zerstörung, d.h Bruch der Teile erreicht wird, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Ich besitze ein beheizbares Ultraschallbad in ausreichender Größe und habe das Teil dort hineingelegt und etwa zehn Minuten bei etwa 50 Grad dem Ultraschall ausgesetzt. Und siehe da, ich konnte die Buchse von Hand herausziehen. Vermutlich war dafür aber eher die Wassertemperatur, als die Ultraschallenergie verantwortlich. Nach gründlichem Reinigen, neuer Lackierung und neuem Fett konnte ich die Mechanik wieder zusammen bauen und gemeinsam mit dem Plattenmagazin wieder in die Box einsetzen.
26. Oktober 2005 Heute habe ich die Motoren gereinigt. Der Greifermotor funktionierte jedoch trotz neuer Kohlen nicht. Vermutlich ist der Anker defekt. Glücklicherweise hatte ich noch einen Motor aus einer Box der 400er Serie. Davon passt zwar das Getriebe nicht, der Rest ist aber baugleich, sodass ich nur das Getriebe gewechselt habe. Nun funktioniert auch das wieder. Anschließend habe ich die Kontaktschleifer für die Ein- und Ausleseeinheit und den Selector eingebaut.
29. Oktober 2005 Den Intermix Plattenspieler habe ich ebenfalls im Ultraschallbad gereinigt und er sieht aus, wie frisch aus dem Laden. Da der Motor für den Intermixbetrieb für 60 Hz ausgelegt war musste ich diesen tauschen. Zufällig hatte ich einen da aus einer jüngeren Box. Es ist einer, der nicht geschraubt sondern mit Sprengringen befestigt wird. Da die Aufhängung und die Abstände der Löcher jedoch identisch sind, spielt das keine Rolle. Ein neues Zwischenrad (Idlerwheel) hatte ich ebenfalls noch, freu :-))) (Hatte mal zwanzig verschiedene Reibräder bei ebay ersteigert und da war es dabei!
Elektronische Teile, wie Netzteil, Verstärker, Controlbox und Creditwerk hatte ich bereits in der Regis meiner Eltern getestet. Ach ja, beim Creditwerk waren die Spulen defekt. Die ließen sich gegen baugleiche aus einer Schrotteinheit einer Tempo austauschen (zwischen Tempo und Empress ist ja sonst nur sehr wenig austauschbar, aber die Spulen scheinen bei allen elektromechanischen Creditwerken identisch zu sein)
03.November 2005 Heute ist der große Tag. Die erste Single wird probehalber aufgelegt. Ich habe das deutsche Standardsystem Elac KST 103 eingebaut - im Original ist wohl ein Astatic-System drin, was den Boxen einen miserablen Klang beschert. Da es ohnehin gefehlt hat, fiel die Wahl nicht schwer. Welche Platte sollte es nun sein? Da die Box in Deutschland noch nie gelaufen ist, habe ich mich für eine deutsche Platte entschieden, die in die Zeit passt. Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Die Musik ist leise, der Verstärker brummt laut…irgendwo ist wohl noch ein Kurzschluß im Tonabnehmerkabel…das ist die nächste Hürde…aber sonst bin ich schon seeeeeehr zufrieden…
07. November
Ich habe von Stamanns das fehlende “L” für die Tastatur erhalten, das neue Plattenfangband fürs Magazin eingebaut und muß mich jetzt noch um diverse Kontaktprobleme kümmern. Der Selector braucht noch eine Komplettreinigung - es werden noch nicht alle Wahlen zuverlässig erkannt. Außerdem zieht das Mute-relay im Verstärker nicht an. Das Play Control-relay habe ich bereits gereinigt -das wars aber nicht...hmmm...etwas Geduld muß ich noch haben - grins...ich freue mich sehr über das Ergebnis der Arbeiten
|
 |
 |
|
10. November Der Fehler lag am Microschalter für das Muterelais Nun schaltet der Verstärker stumm, bei Wählvorgang und der Klang beim Abspielen ist in Ordnung. Aber Lautstärkeschwankungen gibt es noch. Die Potis müssen gereinigt werden.
|
|
|
|